Freitag, 20. Dezember 2013

PowerPivot Formeln blitzschnell dokumentieren

Für einen komplexen Bericht habe ich etliche Measures erstellt. Bei der Suche nach einer einfachen Möglichkeit, diese "auf Knopfdruck" zu dokumentieren, erwiesen sich die Systemsichten von PowerPivot als ein guter Weg.

Die Lösung im Detail


Grundlage ist ein Excel Arbeitsblatt, das als Datenquelle eine DAX Abfrage an PowerPivot schickt. Wie das geht, habe ich in diesem Beitrag beschrieben.
Die DAX Abfrage zum Auflisten aller Measures sieht so aus:

SELECT *  FROM $SYSTEM.MDSCHEMA_MEASURES

Die DAX Abfrage zum Ermitteln der erstellten Measures in PowerPivot

Das Ergebnis ist eine Liste aller Measures mit ihrer DAX Formel. In dieser Form lässt sich auch eine große Anzahl von Formeln übersichtlich darstellen und überprüfen.

Ausschnitt aus den dokumentierten Formeln


Hintergrundinformationen


Mit Hilfe der $SYSTEM-Views von PowerPivot lassen sich noch viele weitere interessante interne Informationen ermitteln. Die folgende Abfrage etwa listet alle Tabellen (benutzerdefinierte Tabellen und Systemtabellen) auf:

SELECT *  FROM $SYSTEM.DBSCHEMA_TABLES

Liste einiger interessanter Systemtabellen
Durch entsprechende Abfragen auf diese Tabellen lasen sich viele Meta-Informationen ermitteln und stets aktuell in Excel Arbeitsblättern dokumentieren.



Samstag, 30. November 2013

Videos: PowerPivot und Power View einsetzen

Auf Basis eines kleinen Anwendungsbeispiels habe ich zwei Videos erstellt, die den Einsatz von PowerPivot und Power View in Excel 2013 veranschaulichen. Ich hatte eine Excel Liste mit Personen, die eine bestimmte Prüfung abgelegt haben. Dabei handelt es sich um die öffentlich zugängliche Datei der CBAPs, welche die IIBA hier veröffentlicht. Mit diesen Daten wollte ich den jährlichen Zuwachs der zertifizierten Personen und ihre Verteilung auf der Welt darstellen. Herausgekommen ist dabei diese Grafik:


Weil ich für die Erstellung dieser Grafik nur wenige Minuten benötigt habe, hielt ich dies für ein schönes Beispiel des Einsatzes von PowerPivot und Power View.

Das erste Video zeigt folgende Schritte:
  • Erstellen eines einfachen PowerPivot Modells
  • Auswerten der Daten in einer Pivot Tabelle
  • Auswerten der Daten in Power View
Das zweite Video zeigt:
  • Ausblenden nicht benötigter Spalten
  • Hinzufügen eines weiteren berechneten Feldes
  • Hinzufügen einer zweiten Tabelle, um die Verteilung nach Regionen darstellen zu können
Viel Freude beim Ansehen!

Sonntag, 20. Oktober 2013

Kommentare in PowerPivot

Beim Arbeiten mit PowerPivot kommen Sie schnell an den Punkt, wo Sie DAX Ausdrücke schreiben. Entweder um einer Tabelle eine berechnete Spalte hinzuzufügen oder um ein Measure (in Excel 2013 ein „berechnetes Feld“) zu erstellen. Die ersten Ausdrücke sind einfach und schnell geschrieben. In meinem Fall wurden sie jedoch bald komplexer (Ja, es macht viel Freude, mit immer neuen Measures den Fachanwendern maßgeschneiderte Pivot-Tabellen zu liefern!) und ich suchte nach einer vermeintlich selbstverständlichen Möglichkeit: Kommentare sollten die verschachtelten Ausdrücke besser lesbar machen.

Das Problem: PowerPivot erlaubt keine Kommentare in DAX Ausdrücken


Das ist schade und wird hoffentlich in künftigen Versionen möglich sein. Beim Suchen nach Alternativen bin ich auf die Möglichkeit gestoßen, Kommentare zu Spalten und Measures hinzuzufügen. Etwas versteckt finden Sie diese Möglichkeit, wenn Sie im PowerPivot Fenster mit der rechten Maustaste auf eine Tabellenspalte klicken und die Funktion „Beschreibung“ auswählen.

Hinzufügen einer Beschreibung zu einer berechneten Spalte

Die gleiche Funktion gibt es auch für Measures. Allein: was nützen diese Kommentare? Sie werden nirgendwo in der Benutzeroberfläche eingeblendet (z.B. als Tooltip). Chris Webb hat in einem Blog beschrieben, wie sich die Kommentare mit Hilfe von Dynamischen Verwaltungssichten abfragen lassen, aber das ist noch ein wenig rudimentär. Da kann ich mir für künftige Versionen viele Verbesserungen vorstellen.

Zurzeit gibt es anscheinend nur eine Möglichkeit, Kommentare so zu hinterlegen, dass sie gut sichtbar sind.


Nämlich ganz einfach, indem Sie im Formelbereich anstelle einer Measure-Definition einen freien Text schreiben. Die einzige Einschränkung ist, dass die Zeichenfolge := nicht in diesem Text vorkommen darf.


Sie können Kommentare in Formelfeldern hinterlegen

 

Der Kommentar fällt durch die automatisch vergebene kursive Schrift auf. Ein Klick darauf zeigt den Kommentartext im Formelbereich an. Das funktioniert und wird auch offiziell von Microsoft unterstützt.


Tipps für lange Formeln und Kommentare

Je länger die DAX Formeln (oder die Kommentartexte) werden, desto unübersichtlich gestaltet sich die Bearbeitung der Texte in dem kleinen, einzeiligen Formeleditor. Glücklicherweise gibt es eine kleine unscheinbare Schaltfläche rechts des Formeleditors, mit der sich die einzeilige in eine mehrzeilige Anzeige umschalten lässt.

Diese Schaltfläche vergrößert den Bereich des Formeleditors

Auf diese Weise haben Sie viel Platz, um auch längere Formeln strukturiert darzustellen.

So lassen sich auch längere DAX Ausdrücke übersichtlich bearbeiten


Die einzige kleine Hürde, die es jetzt noch zu nehmen gilt: Wie fügen Sie in diesem Editor einen Zeilenumbruch hinzu? Es ist die Tastenkombination [Shift] + [Eingabe].
Wie Sie DAX Ausdrücke automatisch formatieren lassen, habe ich in diesem Blog-Beitrag bereits einmal beschrieben.

Freitag, 6. September 2013

Vom Ingenieur zum Business-Analysten – ein logischer Schritt

Wenn Ingenieure und andere Spezialisten wie Softwareentwickler oder Datenbankspezialisten 10 Jahre und länger ihre Frau oder ihren Mann stehen, dann verändert sich ihr Berufsbild nach und nach. Einige werden zu Projektmanagern. Schließlich brauchen technische Projekte eine starke Führung und wer könnte das besser leisten als jemand mit Erfahrung und Weitblick?

Doch nicht jeder ist mit der Rolle des Projektmanagers glücklich, sondern möchte lieber weiterhin als "Senior Experte" sein gereiftes Fachwissen in Projekte einbringen, jüngere Kollegen anleiten und ins Team integrieren und darüber hinaus das Projekt mit dem Blick aufs Ganze in den richtigen Bahnen halten. Eine Stärke dieser erfahrenen Spezialisten ist, dass sie den Projektnutzen für das Unternehmen im Auge haben und mit vielen früheren Projekten im Rücken die Schnittstellen eines neuen Projekts zu den bestehenden Strukturen besser verstehen. Aufgrund ihrer Erfahrungen analysieren sie unwillkürlich mögliche Schwachstellen und decken Lücken in den Konzepten auf. So arbeiten Senior Experten als Business-Analysten – unabhängig von ihrem offiziellen Titel. In dieser Rolle sind sie ein wichtiger Erfolgsfaktor für alle Arten von Projekten in Unternehmen weltweit.

Mir ging es genauso. Nach fast 20 Jahren Arbeit als Softwareentwickler und Datenbankspezialist habe ich dann sogar noch herausgefunden, dass es einen Weg gibt, die bereits erworbenen Fähigkeiten ganz systematisch einzusetzen und sich über die eigene Rolle noch besser klar zu werden, ja, dass es sogar möglich ist, mit einem Zertifikat diese Kompetenz zu dokumentieren. Es ist das CBAP® Zertifikat, eine Abkürzung für "Certified Business Analysis Professional". In einem Vorbereitungsseminar der masVenta Business GmbH wurde mir klar, dass ich aufgrund meiner Berufserfahrung bereits über einen Großteil des erforderlichen Wissens verfügte und dass ich viele der prüfungsrelevanten Techniken bereits selbst angewendet hatte. Ähnlich wie ich hatten alle Teilnehmer dieses Seminars ihre Aha-Erlebnisse, als es darum ging, die Wissensgebiete des BABOK®, des "Business Analysis Body of Knowledge", zu erschließen und systematisch aufzubereiten. Insofern liegt der persönliche Gewinn in der Einordnung und gezielten Nutzbarmachung des längst erworbenen Wissens. So kann ich nun in der Rolle des Business Analysten den Projektmanager besser unterstützen und wirkungsvoll dazu beitragen, "meine" IT-Projekte erfolgreich zu machen.

Das BABOK® sieht den Projektmanager und den Business Analysten als starkes Gespann: Der Projektmanager ist für die Termine und das Budget verantwortlich, quasi als Bundeskanzler, Finanz-, Außen- und Verteidigungsminister des Projektes in Personalunion. Der Business Analyst hingegen trägt die Verantwortung für die Inhalte und die Qualität, er ist also so etwas wie der Innen-, Forschungs- und Verkehrsminister des Projekts. Er prüft alle Anforderungen an eine Lösung daraufhin, welchen Nutzen sie dem Unternehmen bringen. Berücksichtigt man die unterschiedlichen Aspekte dieser anspruchsvollen Aufgabe – z.B. die Methodik zum Erfassen der Anforderungen, den Umgang mit Änderungen, die effektive Kommunikation mit den unterschiedlichen Beteiligten – wird schnell klar, dass nur „Seniors“, die selbständiges Arbeiten im Team gewöhnt sind, diesem hohen Anspruch gerecht werden können. 

Wenn Sie sich auch für diesen Entwicklungspfad interessieren, dann ist die erste deutschsprachige Konferenz für Business Analyse und Anforderungsmanagement, die am 11. Oktober in Salzburg stattfindet, der richtige Ort um sich zu orientieren, mit anderen Business Analysten auszutauschen und interessante Vorträge anerkannter Fachleute zu hören. Vielleicht treffen wir uns dort?

www.business-analyse-summit.com

Montag, 2. September 2013

Daten aus Oracle nach PowerPivot importieren

Eine wesentliche Stärke von PowerPivot ist es, Daten aus unterschiedlichen Quellen für eine gemeinsame Analyse zusammenzubringen. Da viele Unternehmen Oracle Datenbanken einsetzen, unterstützt PowerPivot den Import aus diesen Datenbanken direkt. Allerdings merkt man bei größeren Tabellen bald, dass der von Microsoft bereitgestellte Oracle Treiber nicht der schnellste ist.

Die Lösung: Einsatz des OLE DB Treibers von Oracle


Einen aktuellen, performanten OLE DB Treiber kann man auf den Technet-Seiten bei Oracle herunterladen. Nachdem dieser installiert ist, sieht das Vorgehen so aus, wie in den folgenden Schritten dargestellt.

Schritt 1:
Wählen Sie als Datenquelle "Others (OLEDB/ODBC)"

Wählen Sie die Datenquelle "Others (OLEDB/ODBC)"

Schritt 2:
Benennen Sie die Datenquelle

Geben Sie der Datenquelle einen sprechenden Namen

Schritt 3:
Wählen Sie den OLE DB Provider "Oracle Provider for OLE DB"

Hinter diesem OLE DB Provider verbirgt sich der Oracle Treiber von Oracle

Schritt 4:
Geben Sie den Namen der Oracle Datenbank ein, zu der Sie eine Verbindung herstellen möchten

Hier geben Sie den Namen der Oracle Datenbank ein, wie er in der Datei TNSNAMES.ORA definiert ist

Schritt 5:
Wenn Sie Windows Authentifizierung verwenden möchten, spezifizieren Sie die Extended Property OSAuthent = 1 wie im folgenden Bild dargestellt.
Wenn Windows Authentifizierung nicht verwendet werden soll, geben Sie im Schritt 4 stattdessen einen Benutzernamen und ein Passwort ein.

So konfigurieren Sie Windows Authentifizierung

Ergebnis:
Der fertige Connection String (Verbindungszeichenfolge)


Diese Verbindungszeichenfolge ist das Ergebnis der vorherigen Schritte

Sie werden feststellen, dass auf diese Weise Daten aus Oracle Datenbanken deutlich schneller nach PowerPivot importiert werden. In unserem Umfeld erfolgt der Import nun 5- bis 8-mal schneller als mit dem Microsoft Treiber für Oracle Datenbanken.

Freitag, 12. Juli 2013

Installieren des PowerPivot Add-Ins für Excel

Um PowerPivot in Excel 2010 nutzen zu können, ist das Herunterladen und Installieren des PowerPivot Add-Ins erforderlich. Wenn Sie bereits Excel 2013 einsetzen, ist das Add-In bereits installiert und muss nur noch aktiviert werden.

Die Anleitung

Weil ich wiederholt gefragt wurde, wie die Installation im Detail funktioniert, habe ich hier eine Installationsanleitung für das PowerPivot Add-In zur Verfügung gestellt.

Das Video

Für diejenigen, die lieber direkt sehen möchten, wie es geht, gibt es hier ein 4-Minuten-Video.

Was tun, wenn's mal nicht funktioniert?


Excel 2010

Bei Excel 2010 habe ich mehrfach gesehen, dass zwar ein Add-In installiert wurde, aber in Excel war der Reiter PowerPivot trotzdem nicht zu sehen. Ursache war stets die falsche Version (32/64-Bit) des Add-Ins. Prüfen Sie unter Systemsteuerung > Programme > Programm deinstallieren, welches Add-In tatsächlich installiert ist.


In der Liste installierter Programme finden Sie auch das PowerPivot Add-In
Deinstallieren Sie in diesem  Fall das falsche Add-In, laden Sie das richtige aus dem Internet herunter und installieren Sie dieses.

Excel 2013

Wenn Sie Excel 2013 einsetzen, hilft Ihnen wahrscheinlich dieser Link weiter:

http://office.microsoft.com/de-de/excel-help/starten-des-powerpivot-in-excel-2013-add-ins-HA102837097.aspx?CTT=5&origin=HA102893837

Mittwoch, 10. Juli 2013

Excel Arbeitsblätter mit DAX Abfragen füllen

Wenn Sie mit PowerPivot arbeiten und die Daten in einer Pivot-Tabelle darstellen, dann sendet die Pivot-Tabelle im Hintergrund MDX-Abfragen an das PowerPivot Modell. Das macht Excel ganz automatisch.
Um die Pivot-Tabelle zu erstellen, generiert Excel automatisch MDX-Abfragen

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, lautet: "Wie kann ich den Inhalt einer PowerPivot Tabelle in einem Excel Arbeitsblatt anzeigen?" Also nicht die oben gezeigte Pivot-Tabelle, sondern einfach nur den Inhalt einer Tabelle, die Sie zuvor nach PowerPivot importiert haben, als "flache" Tabelle. Das ist nicht ganz so offensichtlich, vor allem bietet in Excel 2010 die grafische Oberfläche keinen direkten Weg dafür.

Je nachdem, ob Sie mit Excel 2010 oder mit Excel 2013 arbeiten, sieht die Vorgehensweise etwas anders aus.

PowerPivot in Excel 2010

Mit einem Doppelklick auf eine Zelle in der Pivot-Tabelle öffnet sich ein neues Excel Arbeitsblatt, das die ersten 1000 Zeilen anzeigt, die zum Berechnen des Werts in der angeklickten Zelle beitragen. Auch hierfür erzeugt Excel automatisch eine MDX-Abfrage.
Die Liste der Werte wird mit einer MDX Anweisung ermittelt.
 
Sie können dieses Fenster sehen, wenn Sie mit einem Rechtsklick in die Tabelle klicken und dann die Funktion "Table" - "Edit Query..." auswählen.
Mit "Edit Query..." können Sie die MDX-Abfrage hinter der Tabelle sehen.


Jetzt kommt der Clou: Diese MDX-Abfrage können Sie durch eine DAX-Abfrage ersetzen. Da die Sprache DAX extra für das Arbeiten mit Tabellen in PowerPivot entwickelt wurde, können Sie damit recht einfach Tabellen abfragen. (Anm.: Da MDX mit Mengen von Zellen "Cellsets" arbeitet, ist das Abfragen von Tabellen mit MDX nicht einfach möglich. Tabellen gibt es in der Welt von MDX einfach nicht.)

Das folgende Fenster zeigt das Beispiel für eine solche Abfrage.

Im Bereich "Command Text" können Sie auch eine DAX-Abfrage eintragen.
Evaluate( Filter( TradingData, TradingDate[Month_Number] = "12" ) )

Die DAX-Funktion "Evaluate" fragt eine Tabelle ab. Da die verwendete Tabelle "TradingData" sehr viele Zeilen hat, wurden mit der "Filter"-Funktion diejenigen Zeilen ausgewählt, wo die Spalte "Month Number" einen Wert von 12 hat.
Wenn Sie das erst einmal hinbekommen haben, können Sie beliebige DAX-Ausdrücke erstellen, um deren Ergebnis in einer Excel Tabelle darzustellen.

PowerPivot in Excel 2013

In der aktuellen Version 2013 funktioniert das im Prinzip genauso, allerdings hat sich die Bedienung ein klein wenig verändert. Daher die Schritte hier noch einmal für die neue Version:
  1. Wählen Sie im Ribbon "Daten" - "Vorhandene Verbindungen".
    Achtung: das funktioniert nur dann, wenn Sie eine Zelle ausgewählt haben, die nicht innerhalb einer Pivot Tabelle liegt ;-)
  2. Wählen Sie unter dem Reiter "Tabellen" eine beliebige Tabelle aus.
  3. Es wird ein neues Arbeitsblatt mit den Daten dieser Tabelle angelegt.
    Damit ist die Aufgabenstellung "Hole die Daten einer Tabelle aus PowerPivot in ein Excel Arbeitsblatt" bereits erledigt. Sie können die dahinter stehende DAX Abfrage nun noch modifizieren.
  4. Mit einem Rechtsklick in die Excel Tabelle öffnet sich das folgende Menü.
  5. Wählen Sie hier die Funktion "Tabelle" - "DAX bearbeiten". In dem folgenden Dialog können Sie die gewünschte DAX Abfrage einfügen. Achten Sie dabei darauf, dass Sie den Befehlstyp von "Tabelle" nach "DAX" umstellen!

DAX Abfragen erstellen

Bleibt nur noch die Frage, mit welchem Werkzeug sich DAX Abfragen komfortabel erstellen lassen. Meine Empfehlung: Versuchen Sie es mit dem Excel Add-In DAX Studio. Es steht kostenlos hier zum Download bereit: http://daxstudio.codeplex.com/

Sonntag, 9. Juni 2013

Kostenloses Webinar: Anforderungsanalyse in BI-Projekten

Nicht nur um BI-Projekte erfolgreich umzusetzen, ist die Erhebung, die Analyse, die Nachverfolgung und schließlich die Umsetzung der Anforderungen in der richtigen Reihenfolge unabdingbar. Das BABOK® bietet eine Sammlung der Methoden und Techniken, mit denen dies erreicht werden kann. Im Vergleich zu anderen Arten von Projekten gibt es jedoch bei BI-Projekten ein paar Besonderheiten zu beachten.

Das Gratis-Webinar liefert einen Überblick zum richtigen Vorgehen, so dass Sie die typischen Stolperfallen vermeiden können.

Referenten

Rainer Wendt, Geschäftsführer von masVenta, und ich werden in knapp einer Stunde das Wichtigste zu diesem Thema anschaulich vermitteln.

Für alle, die tiefer einsteigen möchten, bietet masVenta ein tiefer gehendes zweitägiges Seminar an, in dem die Teilnehmer anhand eines praxisnahen Beispiels ihr Wissen ausbauen können.

Das Webinar

Hier können Sie sich anmelden: https://attendee.gotowebinar.com/rt/2552418737743036672
Und hier finden Sie das masVenta Seminar: http://www.masventa.eu/academia/anforderungsanalyse-fuer-business-intelligence-projekte/

Samstag, 11. Mai 2013

T-SQL Code übersichtlich formatieren

Der T-SQL Editor in SQL Server Management Studio (SSMS) ist von Version zu Version immer besser geworden. Dank IntelliSense ist das Schreiben von Objektnamen (Tabellen, Spalten, etc.) schnell und fehlerfrei möglich. Aber wenn es darum geht, wann ein Zeilenumbruch erfolgt, ob Kommas am Anfang oder am Ende einer Zeile stehen und wie weit ein Ausdruck einzurücken ist, endet die Unterstützung. Je länger die SQL Statements, desto aufwändiger gestaltet sich die Formatierung.

Tools unterstützen beim Formatieren


Zum Glück erlaubt SSMS das Einbinden von Erweiterungen. Was den Funktionsumfang und die Qualität betrifft, ist hier wahrscheinlich SQL Prompt von redgate an erster Stelle zu nennen. Entwickler, die das SQL Developer Bundle nutzen, finden SQL Prompt darin bereits vor. Einziger Nachteil: Die Kosten in Höhe von ca. 300 Euro für die Professional Version von SQL Prompt.

Mein Favorit unter den kostenfreien Tools


Jedoch gibt es auch kostenfreie Tools. Einige habe ich kurz ausprobiert und dabei schnell meinen Favoriten gefunden. Es handelt sich dabei um ein Open Source Projekt von Tao Klerks mit dem auffälligen Namen Poor Man's T-SQL Formatter. Die MSI-Datei ist schnell heruntergeladen und installiert. Danach erweitert sich das Menü in SSMS um zwei neue Funktionen unter "Tools":
  • Format T-SQL Code
  • T-SQL Formatting Options ...
Die neuen Funktionen, die das Formatierungswerkzeug SSMS hinzufügt
Die Verwendung ist so einfach, wie es den Anschein hat: wenn Sie "Format T-SQL Code" anklicken, wird der markierte T-SQL Code formatiert. Falls Sie nichts markiert haben, wird der gesamte T-SQL Code im Abfragefenster formatiert.

Egal, wie Sie den Code eingegeben haben: nach Aufruf von "Format T-SQL Code" sieht er sofort gut aus.
Da jeder Programmierer eigene Vorstellungen davon hat, was die richtige Formatierung ist (bzw. da unterschiedliche Unternehmen unterschiedliche Vorgaben machen), lässt sich die Formatierung mit der Funktion "T-SQL Formatting Options ..." steuern.

Die Einstellungen zum Formatieren

Alles in allem ein sehr hilfreiches und darüber hinaus kostenfreies Tool! Lediglich ein kleines Problem musste ich lösen: Die Tastenkombination [Ctrl]+[K] [F] soll das Formatieren starten. Mit der voreingestellten Einstellung funktionierte diese Tastenkombination jedoch nicht in meiner Umgebung. Ich musste die Einstellung "SSMS HotKey" folgendermaßen ändern:
Text Editor::ctrl+k, ctrl+f

T-SQL Formatierung in Notepad++

Gehören Sie auch zu den Nutzern des ebenfalls kostenfrei verfügbaren Texteditors Notepad++? Dann können Sie den Poor Man's T-SQL Formatter dort ebenfalls verwenden. Hierzu wählen Sie einfach im Menü "Erweiterungen" - "Plugin Manager" das Plugin aus - fertig.

Weitere Links

Die Tools SQL Prompt und Poor Man's T-SQL Formatter habe ich nach subjektiven Kriterien herausgegriffen. Wenn Sie an einer Übersicht der verfügbaren Tools interessiert sind, finden Sie diese auch bei Tao Klerks: Übersicht der Formatierungs-Tools

Freitag, 3. Mai 2013

Aktuelle Service Packs und Cumulative Updates für SQL Server ermitteln

Typische Frage im Umgang mit SQL Server lauten:
  • Welches ist das aktuelle Service Pack für meine Version?
  • Gibt es Cumulative Updates zu meinem Service Pack?
Während des Lebenszyklus einer SQL Server Version bietet Microsoft Service Packs (SP), Cumulative Updates (CU) und Hotfixes zur Behebung bekannter Probleme an. Möglichst bald nach dem Erscheinen eines Service Packs sollten Sie dieses auch auf Ihren Systemen installieren. Ich hatte vor einigen Jahren ein einschneidendes Erlebnis mit einem SQL Server ohne aktuelle Services Packs, der damals ein ganzes Netzwerk lahmlegte - eine sehr unangenehme Situation, die durch rechtzeitige Installation des Service Packs eindeutig zu vermeiden gewesen wäre.
Während Service Packs etwa alle 6 Monate veröffentlicht werden, stehen neue Cumulative Updates im Abstand von 2 Monaten zur Verfügung. Diese sollten Sie aber nur dann installieren, wenn Sie akut ein Problem lösen müssen, das von einem CU abgedeckt wird. Ansonsten lautet der Rat: warten Sie auf das nächste Service Pack.
Hotfixes sind sehr spezielle Problemlösungen, die Sie individuell anfordern müssen; im entsprechenden Knowledge Base Artikel finden Sie dann einen Link für die Anforderung.

Wo finde ich denn nun die Information, welches Service Pack aktuell ist?

Erste Anlaufstelle ist das Update Center für Microsoft SQL Server. Hier finden Sie die Liste der letzten SPs und CUs für jede SQL Server Version. Außerdem jeweils einen Link zum jeweiligen Knowledge Base Artikel, der jedes SP und CU begleitet.

Wie ermittle ich das installierte Service Pack?

Eine gute Methode, um das Installierte Service Pack zu ermitteln, ist die Funktion SERVERPROPERTY(). In der Dokumentation finden Sie alle Parameter, die diese Funktion versteht. In diesem Zusammenhang sind folgende Aufrufe interessant:
select SERVERPROPERTY('Edition')
select SERVERPROPERTY('ProductLevel')

select SERVERPROPERTY('ProductVersion')

Der letzte Aufruf liefert (so wie das folgende Bild in SQL Server Management Studio) hinter der Versionsnummer weitere Ziffern, die so genannte Build-Nummer.



Die vierstellige Build-Nummer ist nicht selbstsprechend, sondern Sie brauchen weitere Informationen um herauszufinden, welches SP oder CU sich dahinter verbirgt. Es gibt Knowledge Base Artikel, wo Sie das herausfinden können:


Noch besser gefällt mir allerdings diese Übersicht, die allerdings keine Microsoft Quelle ist.

Donnerstag, 2. Mai 2013

PowerPivot in SharePoint 2013 richtig konfigurieren


Mal wieder ein Blogeintrag, der auf viele Stunden leidvoller Erfahrung zurückgeht. Diesmal geht es um PowerPivot in SharePoint 2013. Eigentlich eine gute, klare Sache:
  • Sie laden eine Excel Datei mit einem PowerPivot Modell in eine SharePoint PowerPivot Galerie hoch. Daraufhin können andere Anwender mit einem Browser auf die Excel Arbeitsblätter mit den Berichten zugreifen. Sogar Filtern, Sortieren, etc. funktioniert über  den Browser! Die Berechnungen werden serverseitig auf einer dafür konfigurierten Instanz von Analysis Services (SSAS) im tabularen Modus ausgeführt.
  • Nach einem konfigurierbaren Zeitplan werden die Daten im PowerPivot Modell neu aus den zugrunde liegenden Datenquellen geholt (z.B. Datenbanken, Dateien, Feeds, etc.). Auf diese Weise sehen die Anwender immer Berichte mit aktuellen Daten.
Um das alles zu konfigurieren, bietet sich der Einsatz des PowerPivot Configuration Tools an. Gerade dann, wenn man noch nicht so vertraut mit all den beteiligten Komponenten ist oder wenn es darum geht, einfach nur "mal eben" ein Testsystem aufzusetzen, führt das Tool in der Regel schnell zum Ziel.

Wenn das alles so gut geht - wo ist dann das Problem?

Nicht immer funktioniert das PowerPivot Configuration Tool einwandfrei. Zum ersten Mal konnte ich das bei einem Testsystem beobachten, das keine Internetverbindung hatte. (Nur am Rande: in diesem Fall waren diese beiden Artikel sehr hilfreich: Skripts von Craig Lussier und der TechNet Artikel, auf den er sich bezieht.) Aber auch nach dem "Rumfummeln" an einer korrekt laufenden Installation musste ich mich der gleichen Herausforderung stellen.
Das Problem ist, dass Sie die zeitgesteuerte Aktualisierung der Daten nicht einrichten können. Der erste Schritt ist einfach: Sie klicken das Symbol zum Erstellen eines Zeitplans für die Aktualisierung an.
Eigentlich ganz einfach, für die Aktualisierung einen Zeitplan einzurichten.
Dann folgt die Enttäuschung:
"A schedule cannot be enabled for a workbook with no external data sources"
Wie will man hier die zeitgesteuerte Aktualisierung einrichten?
Aber ich bin mir ganz sicher, dass PowerPivot die Daten aus einer SQL Server Datenbank holt. Was nun?
 

Ursache und Lösung

Wie immer bei SharePoint lässt sich das Problem lösen, wenn man sich klar macht, welcher Dienst sich mit welcher Identität wo authentifizieren möchte. Bei dieser Gelegenheit kann ich auch gleich zeigen, wie Sie Ihre SharePoint Umgebung etwas sicher konfigurieren, als das Configuration Tool das macht.
Dreh- und Angelpunkt ist das Dienstkonto des PowerPivot Dienstes.
  1. Einrichten eines Application Pools für den Dienst
    1. Gehen Sie nach "Central Administration" - "Application Management" - "Manage Service Applications"
    2. Dort finden Sie die Service Application für PowerPivot; das Configuration Tool vergibt den Namen "Default PowerPivot Service Application". Klicken Sie NEBEN diesen Namen und dann auf die Schaltfläche "Properties".
    3. Im folgenden Dialog können Sie die Service Application einem Application Pool zuweisen. Das Configuration Tool weist alle Service Applications demselben Pool zu. Ich habe hingegen einen neuen Pool "PowerPivot Pool" erstellt und diesem mit dem Link "Register new managed account" das Dienstkonto svcPowerPivot zugewiesen. Dieses Domänenkonto muss vorher bereits angelegt worden sein (einfach anlegen, keine Rechte zuweisen). Die Folge: Alle Service Applications, die diesem Pool zugewiesen werden, werden mit diesem Dienstkonto ausgeführt.
  2. Dieses Konto braucht Zugriff auf die Web Application. Dazu starten Sie über "Start" - "Programme" - "Microsoft SharePoint 2013 Products" das Programm "SharePoint 2013 Management Shell" als Administrator. Führen Sie das folgende 2-zeilige PowerShell Skript aus, wobei Sie die Platzhalter mit dem Namen Ihrer Web Application und Ihres Dienstkontos ersetzen.
    $webApp = Get-SPWebApplication "http://<servername>"
    $webApp.GrantAccessToProcessIdentity("YOURDOMAIN\<serviceAccountName>")
  3. Dieses Dienstkonto svcPowerPivot braucht nun noch eine besondere Berechtigung: Es muss ein Administrator in der SharePoint zugeordneten SSAS Instanz sein. Dazu benötigen Sie das SQL Server Management Studio. Stellen Sie eine Verbindung zu dieser Instanz von SSAS her. In meinem Fall hat sie den Namen "SQL1\POWERPIVOT". Mit einem Rechtsklick auf diese Instanz im Object Explorer öffnet sich ein Kontextmenü. Wählen Sie hier "Properties" aus. Im folgenden Dialogfenster dann "Security" auswählen und das Dienstkonto den Server Administratoren hinzufügen.
  4.  

Damit hat das Konto, mit dem die PowerPivot Service Application ausgeführt wird, alle erforderlichen Berechtigungen. Nun kann die PowerPivot Application in der SSAS Instanz nachsehen, welche Datenverbindungen das PowerPivot Modell hat - und Sie können den Scheduled Data Refresh aktivieren.


Weitere hilfreiche Links

 

Nachbemerkung

Mir ist schon klar, dass dieser Text eine abenteuerliche Mischung von Deutsch und Englisch enthält. Das ist der Tatsache geschuldet, dass ich zwar in Deutsch schreiben möchte, aber serverseitig inzwischen zumeist aus gutem Grund die englischsprachige Version von SharePoint (und SQL Server) eingesetzt wird. Ich war der Meinung, dass so die Klarheit erhalten bleibt. Für Verbesserungsvorschläge bin ich dankbar! 
 

Sonntag, 7. April 2013

Erfahrungsbericht: CBAP Prüfung

Bestanden! Nun bin ich Certified Business Analysis Professional™ (CBAP®).

Diese Prüfung und das Lernen dafür waren mir sehr wichtig, denn in zu vielen Projekten habe ich es erlebt, dass Kosten und Zeiten überschritten wurden und dass die Anwender trotz der vereinten Anstrengungen aller Beteiligten vom Ergebnis enttäuscht waren. Rückblickend ist mir klar geworden, dass die meisten dieser Projekte deutlich erfolgreicher hätten durchgeführt werden können, wenn ein erfahrener Business Analyst das Projektteam ergänzt hätte.


Die richtige Methodik ist entscheidend

In den letzten Jahren scheint sich diese Erkenntnis bei Unternehmen auf der ganzen Welt durchzusetzen. Daher bietet das IIBA seit 2006 das CBAP Zertifikat an, mit dem Business Analysten ihre Kenntnisse dokumentieren können. Da es mir weniger um ein weiteres Zertifikat in meiner Sammlung ging als vielmehr um ein grundlegendes Verständnis aller Einfluss- und Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Business Analyse (und somit letzten Endes für erfolgreichere Business Intelligence Projekte), habe ich mich gegen das relativ leicht zu erwerbende CPRE Zertifikat und für das CBAP Zertifikat der IIBA entschieden.
Die Zahl der CPAPs ist in den letzten Jahren immer schneller gewachsen (Stand 25.11.2013: 3282 weltweit, davon 15 in Deutschland).


Zuwachs und Verteilung der CBAP-zertifizierten Business Analysten


Nach meiner Wahrnehmung nimmt auch in Deutschland das Interesse an dieser wichtigen Qualifikation zu, weil immer mehr Unternehmen den Nutzen dahinter erkennen. Daher möchte ich nachfolgend meinen Weg zu dieser Zertifizierung beschreiben. Vielleicht hilft das ja dem/der einen oder anderen Interessierten. Bei Fragen stehe ich auch gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.

Voraussetzungen

Das IIBA betrachtet jeden, der typische Business Analyse (BA) Aufgaben durchführt als Business Analysten, unabhängig von der tatsächlichen Aufgabenbezeichnung. System Analysten, Anforderungsmanager, Business Architekten, BI Analysten und viele andere fallen unter diesen erweiterten BA Begriff. Wesentliches Merkmal all dieser Rollen ist, dass sie ausgerichtet am Nutzen für das Unternehmen Veränderungsprozesse vorbereiten, unterstützen und bewerten.
Das CBAP Zertifikat ist für "Senior" Business Analysten gedacht. Daher ist eine wesentliche Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung, dass man 7.500 Stunden praktischer Arbeit in mehreren der Wissensgebiete (s.u.) nachweist.

Gliederung

Das IIBA hat das gesamte Wissen, welches ein BA bei seiner täglichen Arbeit benötigt, im BABOK®, dem "Business Analysis Body of Knowledge", strukturiert zusammengefasst. Es gliedert sich in sechs Wissensgebiete, die insgesamt 32 so genannte "Tasks" umfassen. Anfangs irritierte es mich, dass es dazu kein Prozessmodell gibt, also eine Schritt-für-Schritt Anleitung zur Business Analyse. Doch dann wurde mir klar, dass die Natur dieser Aufgabe nicht einem schrittweisen Vorgehen entspricht. Vielmehr finden die Tasks oftmals parallel oder schnell aufeinander folgend Anwendung. Beispielsweise beim Review von Anforderungen kann es durchaus vorkommen, dass die Teilnehmer eine neue Anforderung entdecken. Sie modellieren diese neue Anforderung und dann setzt oft eine Diskussion ein, ob die neue Anforderung tatsächlich in den definierten Projektumfang gehört, ob sie kurzfristig umgesetzt werden soll, oder ob sie erst in einer späteren Version der Lösung Eingang findet. Dieses kleine Beispiel umfasst bereits folgende Tasks:
  • Communicate Requirements
  • Specify and Model Requirements
  • Manage Solution Scope and Requirements
Ein starres Prozessmodell würde dieser fast gleichzeitigen Anwendung der Tasks nicht gerecht.
Zudem ist das BABOK® eine Obermenge aller bekannten und allgemein akzeptierten BA Praktiken und betont die Notwendigkeit, bei jedem Projekt zunächst festzulegen, wie die einzelnen Tasks im jeweiligen Fall gestaltet werden (z.B. sehr formal oder eher "hemdsärmlig"). Es ist für alle Arten von Projekten geeignet und lässt sich ebenso für planungsorientierte wie auch für agile Projekte einsetzen.

Die Techniken

Damit ein BA die vielfältigen Aufgaben auch tatsächlich umsetzen kann, benötigt er/sie eine Reihe von Techniken. Etwa um Workshops zielgerichtet und effektiv durchzuführen, um Prozesse zu modellieren und viele mehr. Über 40 Techniken haben Eingang in das BABOK® gefunden. Die meisten davon kannte ich bereits von der eigenen Arbeit, daher war dieser Teil, der fast die Hälfte des Buches ausmacht, relativ gut zu meistern.

Die Vorbereitung auf die Prüfung

Die andere Hälfte des BABOK® empfand ich einerseits als sehr positiv, da die Wissensgebiete und Tasks endlich Ordnung in meine bisher gesammelten Erfahrungen brachten. Andererseits hatte ich zunächst keine Idee, wie ich mir den doch sehr trockenen Stoff so aneignen sollte, dass es zum Bestehen der Prüfung ausreicht.
Da erwies es sich als gute Entscheidung, ein einwöchiges Vorbereitungsseminar der masVenta GmbH zu besuchen. Für mich war es wichtig, dass die masVenta GmbH als "Endorsed Education Provider™" von der IIBA anerkannt ist. Zudem bestätigte mich ein Gespräch mit Geschäftsführer Rainer Wendt in dem Eindruck, dass es bei masVenta Seminaren darum geht, das BABOK wirklich zu verstehen und im Berufsalltag anwenden zu können. Tatsächlich vermittelte der Referent Thomas Rölker uns dann anhand der Unterlagen von Watermark auch die inneren Zusammenhänge und zudem viele Gedächtnisstützen, um die wesentlichen Themen und Bezüge dauerhaft auswendig zu lernen.
Unverzichtbar für die daran anschließende Lernphase war die Prüfungssimulation von Watermark, die zusätzlich zum Study Guide im Seminarumfang enthalten war. Etwa 900 Fragen zu allen Wissensgebieten und Techniken vermittelten einen guten Vorgeschmack auf das, was in der richtigen Prüfung kommen sollte. Anhand der falsch beantworteten Fragen wurde mir immer wieder klar, welche Themen und Zusammenhänge ich noch besser erschließen musste. Dabei erwies es sich als hilfreich, die im Vorbereitungsseminar gelernten Gedächtnisstützen um neue, selbst erarbeitete, zu erweitern um die Lücken zu schließen.
Insgesamt 2 Monate habe ich gebraucht, um auf diese Weise so sicher zu werden, dass ich mir die Prüfung zutraute.

Erfolgreiche Prüfung - was bringt's?

Rückblickend war es eine Menge Arbeit und Zeit, die ich für das Erschließen des BABOK® aufgewendet habe - zusätzlich zum Seminar etwa 6 Wochen intensiven Lernens. Neben einem schicken Zertifikat ;-) ist der wesentliche Nutzen, dass ich nun endlich eine schlüssige Methodik für das Durchführen komplexer Projekte habe. Und dass diese gleiche Methodik den anderen Mitarbeitern im Projekt ebenfalls vertraut ist, so dass wir uns gegenseitig besser unterstützen können.
Mich interessieren insbesondere IT-Projekte, vor allem Business Intelligence Projekte. Dafür ist das BABOK® auf jeden Fall eine große Hilfe. So ist mir im Nachhinein sehr klar geworden, was in einigen Projekten, in denen ich mitgearbeitet habe, schief gelaufen ist. Ich weiß nun auch sehr genau, was ich anders machen würde, da ich Ursachen und Zusammenhänge begriffen habe, die mir vorher nur bruchstückhaft klar waren. Zurzeit arbeite ich in einem Umfeld, wo die Anwendung des BABOK® in IT-Projekten dazu geführt hat, dass die letzten Projekte alle mit dem vorgegebenen Budget und in der geplanten Zeit das gewünschte Ergebnis geliefert haben.
Mit dem neu erworbenen Wissen im Hinterkopf traue ich mir zu, nun auch selbst viel besser zu solchen Erfolgen beitragen zu können als vorher.
Ich werde berichten...

(Artikel überarbeitet am 09.04.2013)

Mittwoch, 20. März 2013

Versionsdschungel: PowerPivot und SQL Server

Es bring eine Reihe von Vorteilen, die mit Excel erstellten PowerPivot Modelle und Analysen nach SharePoint hochzuladen und dort bereitzustellen. Die wichtigsten sind:
  • Zentraler Speicherort
  • Zugangsberechtigung mittels SharePoint Berechtigungen
  • Web-basierte Clients
  • zeitgesteuerte Aktualisierung der Daten  
  • überwachte Ausführung: Welche Berichte werden sehr häufig oder gar nicht genutzt?
Nun gibt es verschiedene Versionen des PowerPivot Add-Ins für Excel. Welche Versionen des Add-Ins mit welchen Versionen von SharePoint und SQL Server zusammenpassen, das ist (wie ich gerade feststellen musste) gar nicht so offensichtlich.

Versionen von PowerPivot in Excel

Das kostenfreie PowerPivot Add-In gibt es ausschließlich für Excel 2010. Excel 2013 enthält dieses Add-In bereits als festen Bestandteil. Zwei Versionen dieses Add-Ins sind für den Download verfügbar:
Versionsnr. Bezeichnung
1050 Microsoft SQL Server 2008 R2 PowerPivot for Microsoft Excel 2010
1100 Microsoft SQL Server 2012 SP1 PowerPivot for Microsoft Excel 2010

Dass der Name des Add-Ins so lautet, wie dieVersionen von SQL Server, ist etwas irreführend. Schließlich sind Excel und PowerPivot ja zunächst einmal völlig unabhängig vom SQL Server.

Zusammenspiel von Excel/PowerPivot und SharePoint

Wenn Sie PowerPivot Modelle nach SharePoint hochladen, findet die Verarbeitung der Daten auf einer speziell für die Zusammenarbeit mit SharePoint konfigurierten Instanz von SQL Server Analysis Services (SSAS) statt. Diese SSAS Instanz wird so installiert, dass sie im "tabularen Modus" läuft. Damit die SSAS Instanz das in Excel erstellte PowerPivot Modell auch tatsächlich öffnen und ausführen kann, müssen die SSAS Version und die Version des PowerPivot Add-Ins zueinander passen. Mit diesem Hintergrundwissen erschließt sich auch, warum das PowerPivot Add-In die Version eines SQL Servers in seinem Namen trägt.
Die Zeichnung soll dieses Zusammenspiel verdeutlichen:

Korrelation der Version von PowerPivot mit der Version von SQL Server
Dabei gelten folgende Regeln:
  • Eine PowerPivot Datei, die mit einer älteren Version des Add-Ins erstellt wurde, wird bei der Veröffentlichung auf die neuere Version von SSAS aktualisiert.
  • Eine PowerPivot Datei, die mit einer Version des Add-Ins erstellt wurde, die neuer ist als die SSAS Version, kann nicht veröffentlicht werden.
  • PowerPivot Modelle, die mit Excel 2013 erstellt wurden, können nicht auf SharePoint 2010 veröffentlicht werden.
Es ist also ganz wichtig, dass Sie bei einem Roll-Out von PowerPivot die Clients im Unternehmen mit der zum SQL Server passenden Version von PowerPivot ausstatten!

Weiterführende Links

Nachfolgend die Links, die mir beim Klären dieser Frage geholfen haben. Hier finden Sie auch noch weiter gehende Informationen.

http://msdn.microsoft.com/de-de/library/bb522628(v=SQL.110).aspx
http://office.microsoft.com/en-us/excel-help/version-compatibility-between-powerpivot-data-models-in-excel-2010-and-excel-2013-HA103929426.aspx
http://sqlblog.com/blogs/marco_russo/archive/2013/01/14/powerpivot-compatibility-across-versions.aspx

Sonntag, 17. März 2013

SSIS: Cubes als Datenquelle

Mit Integration Services lassen sich Daten aus unterschiedlichsten Quellen zusammenführen - klar. Aber wie sieht es eigentlich mit Daten aus, die aus SSAS Cubes kommen?

Das Problem

Eigentlich sollte es kein Problem geben: Sie erstellen einen OLE DB Connection Manager zu der SSAS Datenbank und verwenden diesen in einer OLE DB Datenquelle. Das sieht zunächst auch gut aus, sieht man von der Warnung ab, die darauf hinweist, dass alle Spalten in den Datentyp DT_WSTR umgewandelt werden.
OLE DB Datenquelle (Analysis Services)

Ein MDX Statement anstelle eines SQL Statements geht auch
Der Button "Preview" liefert (nach einer Warnung wegen der Typumwandlung) auch die Vorschau der Daten wie erwartet. Wenn Sie jedoch den Datenfluss ausführen, dann gibt es einen Laufzeitfehler, dessen Ursache nicht klar im Protokoll zu erkennen ist.

Lösung (1)

Connection Manager haben eine Reihe von Eigenschaften, die man erst dann sieht, wenn man nach einem Doppelklick auf den Connection Manager die Schaltfläche "Data Links" anklickt.
Der Button "Data Links" führt zu den Eigenschaften der Verbindung
Dort wählen Sie den Reiter "Alle", um alle Eigenschaften zu sehen und wählen Sie dann die Eigenschaft "Extended Properties" aus. Geben Sie hier den Text "Format=Tabular" ein, wie auf dem nachfolgenden Bild zu sehen.
Für die Eigenschaft "Extended Properties" muss der Wert "Format=Tabular" eingestellt werden, damit die OLE DB Datenquelle MDX Abfragen fehlerfrei ausführt.
Wenn sie nun den Datenflusstask ausführen, gibt es keinen Laufzeitfehler mehr.
Diesen wertvollen Tipp verdanke ich Sherry Lis Blog.

Lösung (2)

Eine überraschend einfache Alternative ist die Verwendung einer ADO.NET Datenquelle anstelle der OLE DB Datenquelle. Dort tritt der Fehler gar nicht erst auf.

Montag, 4. Februar 2013

Was hat SQL Server mit Business Analyse zu tun?

"Wir wollten eigentlich nur einen kleinen Bericht - und nach Monaten haben wir immer noch kein Ergebnis!"

Wer hat das nicht auch schon erlebt: IT-Projekte, die scheinbar stetig komplexer werden, den Kostenrahmen sprengen, jede neue Terminplanung binnen Kürze ad absurdum führen, und zu guter Letzt sind trotz intensiver Anstrengungen aller Beteiligten die Anwender immer noch nicht zufrieden. Ich habe das leider schon zu oft erlebt. Und die Gründe waren immer die gleichen:
  • die Spezifikation war nicht vollständig
  • die Spezifikation war nicht eindeutig  
  • wichtige Personen waren nicht an dem Projekt beteiligt
  • kurz vor Schluss gab es neue Anforderungen an die Lösung
  • Tests waren unvollständig

Gibt es denn kein System, mit dem sich solche immer wiederkehrenden Fehler verhindern lassen?

Vor vielen Jahren habe ich mich intensiv mit Projektmanagement beschäftigt. Das ist eine Methodik, mit der sich sehr erfolgreich viele Arten von Projekten planen und durchführen lassen. Allein bei IT-Projekten scheint das klassische Projektmanagement regelmäßig zu versagen. Heute weiß ich, dass es ein eigenes Wissensgebiet gibt, das sich mit dem richtigen Erheben, Verifizieren und Dokumentieren der Anforderungen an Unternehmenslösungen auseinandersetzt: Business Analysis.
Falls ein Business Analyst dies lesen sollte: Bitte nicht lachen. Trotz eines Ingenieurstudiums und über 20 Jahren Berufserfahrung hat es mich einige Recherche und Gespräche mit den richtigen Menschen gekostet, um diese Erkenntnis zu erlangen. Für viele IT-Spezialisten ist dies ein unbekanntes Gebiet.

Wie lassen sich die Methoden der Business Analyse in IT-Projekten nutzen?

In IT-Projekten hat der Business Analyst (oder das BA Team) insbesondere die Aufgabe, herauszufinden, welche Lösung das Unternehmen braucht. Danach ermittelt sie oder er, welche Personen zur Umsetzung beitragen können, befragt diese und schreibt die Anforderungen an die Unternehmenslösung auf. Das geschieht in einer Form, die alle Beziehungen der Anforderungen untereinander berücksichtigt und die nachvollziehbar macht, durch welchen Testfall jede einzelne Anforderung abgedeckt wird. Erst auf dieser Basis kann der Projektmanager dann eine realistische Termin- und Ressourcenplanung erstellen.
(Anmerkung: Das Format der Dokumentation war in "meinen" Projekten immer einer der großen Schwachpunkte. Konsequent angewendete BA führt zu Anforderungen, welche alle nachfolgend aufgezählten Anforderungen erfüllen: vollständig, widerspruchsfrei, korrekt, änderbar, eindeutig, umsetzbar, testbar.)

Warum gibt es nicht in jedem IT-Projekt einen Business Analysten?

Ja, warum eigentlich nicht? Mir fallen sofort mehrere Projekte ein, die zu erheblich geringeren Kosten ein besseres Ergebnis geliefert hätten, wenn nur die bekannten Vorgehensweisen der Business Analyse angewendet worden wären. Das International Instititute of Business Analysis (IIBA) hat eine Sammlung von "Best Practices" erstellt, die man erlernen kann. Das IIBA bietet seit 2006 auch Zertifizierungen an, die belegen, dass man diese Best Practices beherrscht. So ein Business Analyst spielt eine unverzichtbare Rolle in jedem Projektteam.

Und jetzt?

Ich habe ein entsprechendes Seminar besucht, das von einem Vertragspartner der IIBA, der masVenta Business GmbH, angeboten wird. Hätte ich das, was ich dort innerhalb einer Woche gelernt habe, doch nur früher gewusst! Aber als unbeirrbarer Optimist möchte ich diesen Beitrag mit einem überzeugten "Besser spät als nie" schließen.

Voraussichtlich wird es zukünftig noch einiges über dieses Thema zu berichten geben.

PowerView für Cubes

Power View ist ein schicker Berichtsgenerator für Endanwender, den Sie verwenden können, wenn Sie SharePoint Enterprise 2010 oder 2013 in Verbindung mit SQL Server 2012 einsetzen.
Mit der aktuellen Version von PowerView gibt es allerdings eine schmerzhafte Einschränkung: Als Datenquelle können ausschließlich tabulare Modelle verwendet werden - also PowerPivot für SharePoint oder SSAS Tabular. Daten aus multidimensionalen Cubes (SSAS Multidimensional) kann Power View nicht darstellen. Das ist eine schmerzhafte Einschränkung, da zum jetzigen Zeitpunkt (und sicher noch viele Jahre) die meisten Unternehmensdaten in Cubes aufbereitet sind.

Aber Abhilfe ist in Sicht:
Inzwischen stellt Microsoft die CTP (common technology preview) eines neuen Produkts für Testzwecke zum kostenlosen Download bereit.
Power View for Multidimensional Models - Preview

Zwar wird ausdrücklich kein Termin für die Veröffentlichung des endgültigen Produkts oder einer SQL Server Release genannt, aber die wichtige Botschaft ist damit offiziell: Wir werden Power View zukünftig auch für Berichte mit Daten aus multidimensionalen Quellen einsetzen können.